Wann eine Kapselendoskopie sinnvoll ist
Die Kapselendoskopie eignet sich besonders für Menschen, die sich eine klassische Darmspiegelung nicht vorstellen können und dennoch eine aussagekräftige Untersuchung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge wünschen.

Dünndarm-Kapsel:
Bei seltenen Erkrankungen ist gelegentlich eine komplette Untersuchung des Dünndarms notwendig, z.B. bei unklaren Blutungen im Magendarmtrakt, zur Diagnose eines isolierten Dünndarm-Crohn, Frage Dünndarmpolypen, Frage Dünndarmmalignom und weitere seltene Fragestellungen.
Zur Abklärung von seltenen Dünndarmerkrankungen ist die Dünndarmkapsel eine der Untersuchungen mit der höchsten Aussagekraft.
Nach der Darmreinigung wird lediglich eine Kapsel mit einer winzigen hochauflösenden Videokamera geschluckt und am Folgetag kann das Bildmaterial ausgewertet werden.
Die Kosten der Untersuchung können bei klarer medizinischer Notwendigkeit von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden und werden in der Regel von den privaten Krankenversicherungen übernommen.
Kolon (Dickdarm)-Kapsel:
Im Gegensatz zur Koloskopie (Dickdarmspiegelung) wird nach der Darmreinigung lediglich eine Kapsel mit zwei winzigen Videokameras geschluckt. Diese nehmen vom Dickdarm bis zu 36 Bilder pro Sekunde hochauflösend auf.
Mit diesem System der neuesten Generation der Firma Given Imaging erreicht die Kolonkapsel eine bisher durch Kapseln nicht erreichte Genauigkeit von etwa 70%. Die Kolonkapselendoskopie ist somit diagnostisch viel genauer als Blut- oder Stuhltests. Die seltenen Risiken der klassischen Koloskopie (z.B. Blutung, Darmperforation) entfallen durch die neue Methode.
Die Kosten der Untersuchung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht erstattet, aber in der Regel von den privaten Krankenversicherungen vollständig übernommen.